Der CCC hilft seit seiner Gründung alternativen Projekten und Organisationen auf verschiedenen Wegen, sei es durch Mitarbeit, technische Infrastruktur oder finanziell. Es gibt Projekte im Netz, deren Angebote nicht nur unabhängig und informativ, sondern schlicht unersetzlich sind. Dazu gehören mit Sicherheit die von SO36.NET und netzpolitik.org, denen wir seit Beginn des politischen Internets verbunden sind. Daher haben wir uns entschlossen, die Arbeit von netzpolitik.org und SO36.NET finanziell zu unterstützen.SO36.NET ist ein seit dem Jahr 2000 existierendes Projekt aus Berlin-Kreuzberg, das ehrenamtlich selbstverwaltete Infrastruktur für das Internet baut, betreibt und verteidigt. Es bietet unter anderem Webseiten, E-Mail-Accounts und Mailinglisten für politische Aktivisten, NGOs, Journalisten und andere Menschen, denen an vertraulicher Kommunikation gelegen ist. Der gemeinnützige Verein mit vollständig ehrenamtlicher Arbeit finanziert sich ausschließlich aus Spenden.netzpolitik.org ist die wichtigste Informations- und Meinungsplattform zu Fragen der Technologie- und Netzpolitik in Deutschland. Im Grunde hat sich erst seit ihrem Bestehen ein Bild geformt, was "Netzpolitik" alles ist und welche immense Bedeutung diesen Fragen heute zukommt. Gleichzeitig ist die Plattform ein Archiv der Politik-Peinlichkeiten, technischen Unsinnigkeiten und technologiepolitischen Schlachten der letzten zehn Jahre. netzpolitik.org feiert grade seinen zehnten Geburtstag, und wir hatten keine bessere Idee für ein Geschenk.Um die beiden Organisationen bei der Arbeit zu unterstützen, wollen wir ihnen mit einer Summe von insgesamt knapp 20.000 Euro unter die Arme zu greifen. Das klingt vielleicht viel, ist aber dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Gegen Geheimdienste, die uns, den Politdarstellern und sich gegenseitig auf der Nase rumtanzen, hilft das Bauen und Betreiben von Infrastruktur sowie das unbeirrte und unabhängige Informieren über deren Treiben. Projekte wie SO36.NET und netzpolitik.org dürfen weder am Engagement noch am Geld scheitern. Wir wollen helfen, daß das so bleibt.
Links:Spenden an SO36.NETSpenden an netzpolitik.org
Durch die Veröffentlichung von Teilen des Suchmuster-Programmcodes des NSA-Systems XKeyScore [1], [3] wurde beweisbar, daß der Datenverkehr zu einem vom CCC betriebenen Server des Anonymisierungsnetzes Tor gezielt erfaßt und gespeichert wird. Aus anderen Dokumenten aus dem Snowden-Fundus ist zwar klar geworden, daß auch die NSA derzeit nicht in der Lage ist, Tor großflächig zu deanonymisieren. Die Tatsache der nunmehr dokumentierten Überwachung des CCC-Servers beseitigt jedoch jegliche letzte Zweifel darüber, ob die NSA auch gegen Ziele in Deutschland aggressiv vorgeht.
Die gemeinsam mit der Internationalen Liga für Menschenrechte e. V. und Digitalcourage e. V. erstellte Strafanzeige, [2] der sich 1.800 Menschen angeschlossen haben, ist bisher vom Generalbundesanwalt nicht für Ermittlungen genutzt worden. Bis heute liegt den bevollmächtigten Rechtsanwälten über die Entscheidung, keine Ermittlungen wegen der Totalüberwachung einzuleiten, weder eine Information noch eine Begründung vor. Warum Harald Range zwar wegen des Abhören des Mobiltelefons einer prominenten Einzelperson tätig wird, jedoch nicht bei der massenhaften Überwachung großer Teile der gesamten Bevölkerung, ist nicht nachvollziehbar.
Daher fordern wir den Generalbundesanwalt auf, seine Arbeit aufzunehmen und endlich tätig zu werden, um sich nicht vollends lächerlich zu machen. Das unverantwortliche Hinauszögern der Ermittlungen über die Verbrechen und Vergehen in dem Geheimdienst-Skandal verstärkt den Verdacht, daß der Generalbundesanwalt den Kotau gegenüber in- und ausländischen Diensten auch noch in der Justiz fortsetzt.
Durch die aktuelle Diskussion um einzelne Spione im Bundestag und in den Ministerien droht der eigentliche Skandal unterzugehen: die massenhafte Überwachung und die Kriminalisierung derjenigen, die sich vor der Geheimdienst-Kontrolle im Internet schützen wollen. Der Verantwortliche für die US-Geheimdienst-Aktivitäten in Deutschland, den die Bundesregierung nun gebeten hat, das Land zu verlassen, sollte vom Generalbundesanwalt zunächst befragt, gegebenenfalls angeklagt und vor ein Gericht gestellt werden.
Links:
[0] Schriftsatz: http://ccc.de/system/uploads/154/original/NSA-GBA2014.pdf
[1] Beweis für NSA-Spionage in Deutschland: http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/Quellcode-entschluesselt-Beweis-fuer-NSA-Spionage-in-Deutschland,nsa224.html
[2] Chaos Computer Club erstattet Strafanzeige gegen die Bundesregierung: http://ccc.de/de/updates/2014/complaint
[3] http://daserste.ndr.de/panorama/xkeyscorerules100.txt
Kontakt:
H.-Eberhard Schultz und Claus Förster, RechtsanwälteHaus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 BerlinTelefon: 030 43725026, Fax: 030 43725027, cf(at)cfoerster.de
Durch Edward Snowdens Enthüllungen ist bekanntgeworden, daß das GCHQ gezielt Server und deren Administratoren attackiert, um sich so auf einen Schlag Zugriff auf Daten möglichst vieler Nutzer zu verschaffen. Dieses illegale Vorgehen nimmt Schäden an kritischer Infrastruktur billigend in Kauf. Um ein Ende dieser Angriffe des GCHQ auf das Internet zu erzwingen, reichen der Chaos Computer Club und Privacy International zusammen mit den Internet-Service-Providern Riseup Networks (USA), GreenNet (GB), Greenhost (NL), Mango (Simbabwe), Jinbonet (Korea) und May First/People Link (USA) Beschwerde beim Investigatory Powers Tribunal ein.
Das Investigatory Powers Tribunal (IPT) ist ein durch die britische Regierung eingerichtetes juristisches Organ und Kontrollkommission, dessen Aufgabe es ist, Beschwerden über unrechtmäßige Überwachung entgegenzunehmen und zu bearbeiten.
In der heute beim IPT eingelegten Beschwerde wird dargelegt, daß die Angriffe des GCHQ nicht nur unrechtmäßig sind, sondern zugleich destruktiv und zerstörerisch. Sie unterminieren und beschädigen absichtlich das Vertrauen in Sicherheit und Vertraulichkeit, das das Internet erst zu dem nicht mehr wegzudenkenden Werkzeug der Kommunikation, Information und Selbstermächtigung auf allen Ebenen gemacht hat. Daher fordern die Beschwerdeführer, die Angriffe auf die Netze und Kommunikationsdienste zu beenden und die gezielten Attacken auf Administratoren zu unterlassen. Zugleich fordern wir, die Betroffenen und ihre Rechte endlich zu schützen.
Links:
[0] Gemeinsame Pressemitteilung (Englisch, pdf)
[1] Volltext der Beschwerdeschrift (Englisch, pdf)
[2] Bereits laufendes Beschwerdeverfahren gegen GCHQ vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte
[3] Glossar zu NSA- und GCHQ-Begriffen (Englisch)
Das Hick-Hack um die Befragung von Edward Snowden und die Drohungen an die Parlamentarier im NSA-Untersuchungsausschuß markieren einen neuen Tiefpunkt in der langen Reihe an Peinlichkeiten bei der nun immerhin beginnenden Aufklärung der Geheimdienstmachenschaften. Der CCC hat sich eindeutig und unmißverständlich als Unterstützer Edward Snowdens positioniert und verlangt, daß sich die deutsche Regierung für den Whistleblower einsetzt. Wer nach den monatelangen Enthüllungen aus den Snowden-Papieren bis heute nicht versteht, was die Millionen durch westliche Geheimdienste Belauschten und Ausgeforschten dem in Moskau festsitzenden Amerikaner verdanken, der lebt wohl unter einem Stein.
Die Mitgliederversammlung des Chaos Computer Clubs hat beschlossen, Snowden auch finanziell zu unterstützen und setzt sich dafür ein, daß er im deutschen Parlament angehört werden kann. Dazu muß politisch und juristisch dafür gesorgt werden, daß Snowdens Sicherheit vor einer Auslieferung in die USA gewährleistet ist. Der neu gewählte Vorstand [2] wird dazu eine sinnvolle finanzielle Unterstützung prüfen.
Auf der Mitgliederversammlung wurde mit großer Mehrheit ebenfalls beschlossen, sowohl Chelsea Manning als auch Edward Snowden die Ehrenmitgliedschaft im CCC anzutragen. Die Mitglieder wollen außerdem Werner Pieper, in Anerkennung seiner Verdienste in der Frühzeit des Chaos Computer Clubs, als Ehrenmitglied aufnehmen.
Was machen eigentlich der Generalbundesanwalt Harald Range und seine monatelangen "Vorermittlungen" im NSA-Skandal? [3]
Links:
[1] Text des Beschlusses: https://www.ccc.de/de/updates/2014/beschlussmv14
[2] Vorstand des CCC: https://www.ccc.de/de/vorstand
[3] Chaos Computer Club erstattet Strafanzeige gegen die Bundesregierung: https://www.ccc.de/de/updates/2014/complaint
Der CCC setzt sich dafür ein, Open-Source-Software und insbesondere deren Auditierung durch regelmäßige unabhängige Prüfungen zu fördern. Eine finanzielle Incentivierung und die Auslobung von Bug Bountys bieten sich hier an. Zugleich sollte die Haftung bei Anbietern proprietärer Software sichergestellt werden.
Zudem fordern wir einen Paradigmenwechsel von zentralen Sicherheitssystemen hin zu mehrschichtigen Sicherheitssystemen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standard, um angreifbare zentrale Strukturen aufzubrechen.
Was Überwachungsmaßnahmen betrifft, fordert der CCC, endlich Sinn und Effektivität dieser Maßnahmen zu überprüfen. Diese Evaluation hat nachvollziehbar und öffentlich zu erfolgen. Außerdem ist die Unabhängigkeit des BSI sicherzustellen und die Behörde aus dem Einflußbereich des Innenministeriums herauszulösen.
Links:
Stellungnahme des CCC: Effektive IT-Sicherheit fördern (pdf)
Anhörung im Ausschuß Digitale Agenda
Fragenkatalog (pdf)
Cyberwar
Stellungnahmen aller Teilnehmer des öffentlichen Fachgesprächs zur IT-Sicherheit am 7. Mai
Prinzipiell sind die Ideen der Bundesnetzagentur, welche für die Aufrechterhaltung und Förderung des Wettbewerbs in Netzmärkten zuständig ist, begrüßenswert. So soll der Routerzwang etwa dadurch abgeschafft werden, daß die Provider grundlegende Informationen wie technische Funktionen auf einem Produktdatenblatt sammeln und Endkunden auf Anfrage auch die Zugangsdaten erfragen können.
Es ist allerdings nicht nachvollziehbar, wieso die Bundesnetzagentur die Last weiter beim Verbraucher belassen will, die Daten erfragen zu müssen, anstatt diese auf dem geplanten Produktdatenblatt zu vermerken. Selbst die Große Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag schon deutlich das Gegenteil gefordert [3], damit Endkunden auch ohne explizite Nachfrage im Besitz der Zugangsdaten sind, um einen alternativen Router betreiben zu können.
"Wenn die Last weiterhin beim Verbraucher liegt, die Daten zu erfragen, hat die Bundesnetzagentur kaum die Möglichkeit, die Zuverlässigkeit der Provider bei der Herausgabe der Daten zu überprüfen. So könnten Verzögerungen weiterhin mit unglücklichen Einzelfällen begründet werden. Die Verbraucher hätten am Ende mehr Komplikationen als zuvor", so Matthias Kirschner, Vizepräsident der FSFE. "Daher müssen dem Kunden die Zugangsdaten zu allen verfügbaren Diensten unaufgefordert von Beginn des Vertrags an bekannt sein, wie sogar von der Regierungskoalition gefordert."
Es sind daher unmißverständlichere Formulierungen angebracht, damit keine Schlupflöcher für Provider entstehen können. Beispielsweise müssen für die volle Austauschbarkeit der Geräte auch die verwendeten Protokolle bekannt sein.
"Ohne eine Pflicht des Providers, dem Kunden die Zugangsdaten von sich aus mitzuteilen sowie Transparenz bei Diensten und Protokollen herzustellen, bleibt es faktisch beim Routerzwang. Schwammige Formulierungen und eine Pflicht zum Nachfragen würden den Kunden nur zum Bittsteller degradieren", sagt Frank Rieger, Sprecher des CCC.
Auch die Definition des Netzabschlußpunkts ist trotz einer eigens dafür anberaumten Anhörung, zu der sich unter anderem die FSFE geäußert hat, noch immer nicht geklärt.
Auch bei den Meßverfahren, die Internetprovider zukünftig anbieten müssen, besteht Nachbesserungsbedarf. Nach den Plänen der Bundesnetzagentur müssen die Mechanismen und Details der Messung nur der Behörde mitgeteilt werden, nicht aber den eigenen Kunden. Dies schränkt die angestrebte Transparenz künstlich ein und macht die Verfahren nicht nachvollziehbar für Verbraucher sowie unabhängige Spezialisten.
Nur wenn die Bundesnetzagentur bei Routerzwang und Transparenz der Meßverfahren nachbessert, kann die Verordnung ihren Zweck überhaupt erfüllen und erst dann sind die Forderungen im Koalitionsvertrag abgedeckt. Alles andere würde nur weitere Schlupflöcher öffnen, wodurch Kunden weiterhin drangsaliert und benachteiligt werden können.
Links:
[1] Verordnungsentwurf (pdf)
[2] Stellungnahme der FSFE und des CCC (pdf) zum Entwurf TK-Transparenzverordnung vom 27. Februar 2014
[3] Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: "Die zur Anmeldung der Router (TK-Endeinrichtungen) am Netz erforderlichen Zugangsdaten sind den Kundinnen und Kunden unaufgefordert mitzuteilen." (S. 49)
[4] Pressemitteilung vom November 2013: Chaos Computer Club nimmt Stellung zum Routerzwang
[5] Free Software Foundation (FSFE)
[6] OpenWrt
[7] IPFire
Diese alarmierenden Zugeständnisse stammen aus einem Gerichtsdokument, das heute von Privacy International und dem Chaos Computer Club veröffentlicht wird. [1] Dieses Dokument stammt aus zwei anhängigen Verfahren gegen den Geheimdienst GCHQ, die das staatlich finanzierte Hacken anfechten, das durch Edward Snowden aufgedeckt wurde. [2] Der Chaos Computer Club (CCC) ist als Beschwerdeführer an einem dieser Verfahren beteiligt. In dem Dokument umreißt die britische Regierung ihre weitreichenden Befugnisse, persönliche Geräte und Netzwerke, die wir tagtäglich nutzen, zu infiltrieren.
Versteckt in dem Dokument behaupten die Regierungsjuristen, daß die Geheimdienste zwar eine Autorisierung benötigten, um Computer und Mobiltelefone für "geheimdienstliche Ziele" zu hacken, das GCHQ aber ebenso die Erlaubnis habe, in Computer irgendwo auf der Welt einzubrechen, selbst wenn gar keine Verbindung zu einem Verbrechen oder einer Gefahr für die "nationale Sicherheit" vorliegt.
Solche Ermächtigungen sind ein außerordentlich starker Eingriff in die Privatsphäre. Das Hacken eines Computers ist das moderne Äquivalent zu einem Einbruch inklusive Durchsuchung der Aktenschränke, Tagebücher, Korrespondenz und der Verwanzung der Wohnung für fortlaufende Überwachung. Beim Hacking von Mobiltelefonen kommt noch das Abgreifen der Bewegungsdaten hinzu. Einmal mit Spionagesoftware infiziert, wird das Opfer permanent überwacht, wo auch immer es hingeht.
Zusätzlich machen die Geheimdienste für sich das Recht geltend, unter falscher Flagge Kommunikationsnetzwerke auf eine Weise zu infiltrieren, welche die Sicherheit des gesamten Internet unterminiert. Daß solche Operationen bereits laufen, ist durch die mediale Berichterstattung belegt, die detailliert zeigt, wie das GCHQ mit der Schadsoftware Regin den belgischen Telekommunikationskonzern Belgacom und den weltweit größten Anbieter von SIM-Karten, Gemalto, infiltrierte.
Das Gerichtsdokument beruht auf einem Verhaltenskodex-Entwurf über "equipment interference" (Geräte-Beeinflussung), das vom Investigatory Powers Tribunal (IPT) klammheimlich am selben Tag veröffentlicht wurde wie das Urteil, das dem GCHQ bescheinigt, in der Vergangenheit unrechtmäßig Daten mit der US-amerikanischen NSA ausgetauscht zu haben.
In den letzten zehn Jahren betrieb das GCHQ staatlich finanzierte Hacks ("Computer Network Exploitation"), ohne daß der Öffentlichkeit dieser Verhaltenskodex bekannt war. Diese fehlende Transparenz ist ein Verstoß gegen die Obliegenheit, daß auch Geheimdienste nach dem Gesetz handeln müssen. Der Verhaltenskodex-Entwurf ist noch nicht durch das britische Parlament verabschiedet worden und bis zum 20. März 2015 offen für öffentliche Kommentare.
Der Bericht der ISC von letzter Woche bestätigt zum ersten Mal öffentlich, daß das GCHQ für seine CNE-Operationen Sicherheitslücken nutzt, inklusive bisher unveröffentlichter Lücken (0day exploits). Die genaue Anzahl der Sicherheitslücken wurde allerdings nicht bekanntgegeben.
Mit der Unterstützung von Privacy International wurden zwei Beschwerden beim IPT eingereicht, die das flächendeckende Hacken des GCHQ anfechten. Der Hauptkritikpunkt der ersten Beschwerde, in der Privacy International als Beschwerdeführer auftritt, ist die bekanntgewordene Berechtigung des GCHQ und der NSA, potentiell Millionen von Computern und Mobiltelefonen weltweit mit Schadsoftware zu infizieren, was ihnen die Fähigkeit gibt, Unmengen persönlicher Daten abzuschöpfen, Mikrophone und Kameras einzuschalten, bei Telefongesprächen mitzulauschen und Aufenthaltsorte nachzuverfolgen. Dies ist der erste Gerichtsfall im Vereinigten Königreich, der sich mit der Benutzung von Hacker-Werkzeugen durch die Geheimdienste befaßt.
Die zweite Beschwerde wurde zusammen mit sieben Internet- und Kommunikationsanbietern aus aller Welt eingereicht, die ein Ende der Instrumentalisierung von Netzwerk-Infrastruktur für illegale Zugriffe auf die private Kommunikation von potentiell Millionen von Menschen durch den GCHQ fordern. Die von Riseup (USA), GreenNet (GB), Greenhost (Niederlande), Mango (Zimbabwe), Jinbonet (Korea), May First/People Link (USA) und dem Chaos Computer Club eingereichte Beschwerde ist das erste juristische Verfahren, mit dem die Internet- und Kommunikationsanbieter gemeinsam gegen die gezielten Angriffe und die mißbräuchliche Ausnutzung von Kommunikationsinfrastruktur durch das GCHQ vorgehen.
Eric King, stellvertretender Direktor von Privacy International:
"Die Regierung ist bereits seit einem Jahrzehnt tief ins Hacken involviert und dennoch wurden sie bisher kein einziges Mal für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen. Sie haben sich das Recht herausgenommen, in die Geräte, die uns nah und wichtig sind, die Mobiltelefone und Computer, die integraler Bestandteil unseres Lebens sind, einzubrechen. Schlimmer noch ist, daß sie ohne rechtliche Grundlage der Ansicht sind, daß sie die Befugnis haben, jeden zu hacken, den sie möchten, unabhängig davon, ob es einen Verdacht auf ein Verbrechen gibt. Dieses anlaßlose Hacken muß aufhören und die Aktivitäten des Geheimdienstes in ihre rechtlichen Schranken gewiesen werden."
Cedric Knight von GreenNet:
"Unsere gemeinsame Beschwerde führte bereits dazu, daß der Geheimdienst seine Interpretation des britischen Rechts veröffentlicht hat. Leider ist das, was zum Vorschein kam, nicht schön. In der Veröffentlichung des GCHQ gibt es nichts, das uns zusichert, daß unsere Mitarbeiter oder deren Ausrüstung nicht gehackt werden. Wir sind weiterhin sehr besorgt, daß Edward Snowden sowohl recht hat mit seiner Behauptung, daß das GCHQ die besten Intrusions-Werkzeuge aller Geheimdienste nutzt, als auch und wie weit die Infiltrierungspraktiken gehen und wie groß die damit verbundenen Risiken für die Netzwerk-Sicherheit, Privatsphäre, Freiheit und Sicherheit von Internet-Benutzern weltweit sind."
Jan Girlich, ein Sprecher des Chaos Computer Clubs, sagt:
"Es ist augenfällig, daß das GCHQ seine Macht für grenzenlos hält und sich nicht um rechtliche Beschränkungen kümmert. Das Hacken von Netzwerk-Infrastruktur und Computern und Mobiltelefonen von Bürgern aus Gründen der vermeintlichen nationalen Sicherheit untergräbt in Wahrheit IT-Infrastrukturen auf struktureller Ebene. Dadurch wird unsere Infrastruktur verwundbar und die persönlichen Informationen von potentiell Millionen von Menschen gelangen in die Hände von Geheimdiensten, die sich nicht an geltendes Recht gebunden fühlen und enorme Macht über das Leben der betroffenen Menschen haben. Infiltration und Hacken von beliebigen Computern weltweit einfach durch das Veröffentlichen von den Regeln, unter denen dies geschieht, für legal zu erklären, macht es aber noch nicht richtig, das zu tun. Massenüberwachung und Hacken durch Geheimdienste ist immer noch falsch und muß gestoppt werden."
May First/People Link:
"Das Internet ist eine Technologie, die die schädlichen Barrieren nationaler Grenzen aufbricht, indem es jedem Zugang zu den Gedanken und Erfahrungen der Menschheit gibt. Aber einige Regierungen nutzen diese grenzenlose Welt, um die Rechte anderer zu mißbrauchen und effektiv das Konzept des Zugangs zu den Erfahrungen anderer zu pervertieren. May First schließt sich mit Partnern zusammen, um diese Perversion zu bekämpfen."
Korean Progressive Network Jinbonet:
"Es ist sehr überraschend, daß die britische Regierung behauptet, sie könne legal jeden Menschen auf der Welt – selbst ohne Anfangsverdacht – hacken. Die Geheimdienste aller Länder, inklusive des GCHQ und dem nationalen Geheimdienst von Korea, scheinen zu vergessen, für wen und für was sie eigentlich zu arbeiten haben. Nationale Sicherheit, die nicht auf Gesetzen und Menschenrechten fußt, dient nur den Interessen der Mächtigen."
Links:
[1] Open Response beim IPT (pdf)
[2] Chaos Computer Club klagt gegen GCHQ
[3] Weltweite Überwachungs- und Hacking-Enthüllungen über Geheimdienste (2013 bis heute)
Am Dienstag erreichte uns die traurige Nachricht, daß unser langjähriges aktives Clubmitglied Benedikt Marquard verstorben ist.
In tiefer Trauer verabschieden wir uns von unserem Freund Benedikt „Käpt'n Bene“ Marquard (DO1BTM), einem begeisterten Hacker, Programmierer, Funkamateur und Admin, der bei neuen Projekten im Mannheimer Erfa immer von Anfang an mit Tatkraft und Begeisterung dabei war.
Viel zu früh aus dem Leben gerissen, wird uns Bene neben seiner endlosen Hilfsbereitschaft und immer guten Laune auch mit seinen Projekten und Ideen in Erinnerung bleiben, die im Club viele Spuren hinterlassen werden.
Vom Server bis zur Lightwall, vom 3D-Drucker bis zum elektronischen Raumstatus hat er viel geschaffen, was uns bleibt. So können wir nur danke sagen: für viele gemeinsame Stunden, für viele gute Gespräche, unvergeßliche Momente und ansteckende gute Laune. Bene, Du wirst uns in Erinnerung bleiben! Wir verlieren mit Dir nicht nur ein Mitglied, sondern auch einen guten Freund.Allen Angehörigen, Kollegen und Freunden sprechen wir unser Beileid aus und wünschen viel Kraft.
Aus blanker Angst vor technischen Einschränkungen der Möglichkeiten von Ermittlern und Hackern im Staatsdienst haben sich Politiker für ein faktisches Verbot effektiver Kryptographie ausgesprochen – allen voran der britische Premierminister David Cameron und EU-“Anti-Terror-Koordinator” Gilles de Kerchove. Ziel sei es, "Bedarfsträgern" jederzeit vollen Zugriff auf digitale Kommunikation zu gewähren. Daß dabei notgedrungen das Rad der technischen Evolution auf das Niveau von Windows 3.1 zurückgedreht werden muß, nehmen sie entweder in Kauf oder ist ihnen noch nicht erklärt worden.
Wenig überraschend gibt es kaum konkrete Aussagen, wie das Krypto-Verbot umgesetzt werden soll. Möglicherweise wird das sogenannte Key-Escrow auf der politischen Agenda stehen, also das Hinterlegen des geheimen Schlüssels für "Bedarfsträger" an zentraler Stelle. Das birgt nicht nur Mißbrauchspotential: Man erzeugt damit auch ein lohnenswertes Angriffsziel für jeden Geheimdienst dieser Welt nebst deren Partnern oder anderen Kriminellen. Auch eine Forderung nach einer Verpflichtung der Anbieter, Hintertüren einzubauen, wäre so kurzsichtig wie kontraproduktiv.
An dieser Anti-Krypto-Gebetsmühle dreht nun auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière, offenbar ohne jeden Lerneffekt aus höchstrichterlichen Urteilen, der bekanntgewordenen Spionage ausländischer Geheimer und Binsenweisheiten aus den Informatik-Erstsemestervorlesungen. Technisch mehr oder weniger versierte Menschen sind jederzeit in der Lage, Maßnahmen zu treffen, die eine verschlüsselte Kommunikation verheimlichen. Daher wird eine Regulierung der Verschlüsselung nicht nur ins Leere laufen, sie ist auch schädlich und praktisch nicht durchführbar.
Wenn wir eines aus den Snowden-Papieren zur Kenntnis nehmen müssen, dann ist es der Aufruf zur digitalen Selbstverteidigung durch Verschlüsselung. "Nach den öffentlich gewordenen Spionage-Programmen von Echelon bis zu den Snowden-Leaks, ist es offensichtlich, daß die Macht, Verschlüsselung zu brechen, für wirtschaftliche und militärische Interessen mißbraucht wird," erklärt CCC-Sprecher Jan Girlich.
Der CCC fordert daher ein striktes Verbot unverschlüsselter Kommunikation. Jedes Bit und jedes Byte, das von Providern transportiert und von Banken oder dem Finanzamt verarbeitet wird, muß verschlüsselt sein. Wer Daten seiner Kunden unverschlüsselt überträgt, archiviert und damit deren Sicherheit gefährdet, muß mit empfindlichen Strafen belegt werden. Und das nicht erst, wenn der Mißbrauch der Daten zufällig bekanntgeworden ist.
Wir fordern, daß die Millionen, die in die Militarisierung der Netze gesteckt werden, stattdessen in den Bau offener, sicherer Systeme zu investieren sind. Statt weitere Millionen in die digitale Aufrüstung gegen die eigene Bevölkerung zu investieren, fordert der CCC, diese Gelder in bessere technische Ausbildung fließen zu lassen. Effektive Kryptographie muß zum obligatorischen Standard in der Kommunikation über das Internet werden. Die Regierung sollte endlich sämtliche Pläne zur Totalüberwachung des Internets über Bord werfen und sich den eigentlichen Problemen dieser Thematik widmen: der Ahnungslosigkeit in den eigenen Reihen.
By the way: Es lebe die Mathematik!
Links:
[1] So wird es auch diesmal ausgehen
Heute hat der Chaos Computer Club (CCC) den Rechtsweg beschritten und Klage beim Verwaltungsgericht gegen die Handelskammer Hamburg erhoben. [2] Die Klage ist darauf gerichtet, daß die Handelskammer in vollem Umfang ihre Daten in das Informationsregister nach dem Transparenzgesetz einstellt. Vertreten werden wir vom Hamburger Justizsenator a. D., Rechtsanwalt Dr. Till Steffen.
Am 19. September 2014 war von der Freien und Hansestadt Hamburg das Informationsregister [5] eingerichtet worden, in das alle Behörden eine Vielzahl von Informationen einzustellen haben. Der genaue Umfang der Information ist in § 3 Abs. 1 des Hamburgischen Transparenzgesetzes (HmbTG) definiert. Darunter fallen beispielsweise Verträge, Gutachten und Vorstandsgehälter. Die Handelskammer hat ihre Informationen jedoch nicht eingestellt. Die Klage ist auf sämtliche Informationen aus dem Katalog von § 3 Abs. 1 HmbTG gerichtet und nicht nur auf einzelne Daten.
Michael Hirdes vom CCC, der bereits seit 2012 an der Entstehung des Transparenzgesetzes durch die Volksinitiative „Tranzparenz schafft Vertrauen“ [3], [4] beteiligt war, sagt: „Es war von vornherein vorgesehen und klar formuliert, daß auch die Handelskammer und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts vollständig dem Transparenzgesetz unterfallen sollen. Die Handelskammer hat durch politische Einflußnahme nach Erlaß des Gesetzes versucht, sich der öffentlichen Kontrolle zu entziehen. Wir wollen durchsetzen, daß hier wirklich Transparenz herrscht und jeder auch diesen Teil staatlicher Tätigkeit genau unter die Lupe nehmen kann. Die Geheimniskrämerei der Handelskammer muß ein Ende haben.“
Rechtsanwalt Dr. Till Steffen sagt: „Das Transparenzgesetz definiert den Begriff ‚Behörde‘ in Anlehnung an den bewährten funktionalen Behördenbegriff aus dem Verwaltungsverfahrensgesetz. Danach sind öffentlich-rechtliche Körperschaften wie Kammern, Hochschulen und ähnliches ohne Zweifel umfaßt. Im Gesetzgebungsverfahren gab es hierzu nie eine streitige Debatte. Sämtliche Entwürfe bezogen sich ausdrücklich auf den funktionalen Behördenbegriff. Klärungsbedürftig war nur, inwieweit auch Unternehmen wie GmbHs oder Aktiengesellschaften, die in städtischer Hand sind, dem Transparenzgesetz unterliegen.“
Das Hamburger Transparenzgesetz soll Vorbild sein für andere Bundesländer. So hat die Landesregierung Rheinland-Pfalz einen Gesetzentwurf [1] vorgelegt, der das seit 2009 geltende Landesinformationsfreiheitsgesetz ablösen soll. Wir begrüßen ausdrücklich, daß damit das erste Flächenland in Deutschland ein modernes Transparenzgesetz schafft.
Links:
[1] Referentenentwurf Transparenzgesetz Rheinland-Pfalz, Stand: 28. November 2014: Referentenentwurf
[2] http://www.ccc.de/system/uploads/170/original/handelskammer.pdf
[3] Volksinitiative Tranzparenz schafft Vertrauen: http://www.transparenzgesetz.de/
[4] Vortrag „Gesetze hacken“ bei der SIGINT
[5] Vortrag von Lothar Hotz beim 31c3: Das Transparenzportal Hamburg
Am 7. Januar 2015 ereignete sich in Paris ein Mordanschlag auf mehrere Mitarbeiter des Satire-Magazins “Charlie Hebdo”. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden. Wir verurteilen diesen mehrfachen Mord als unerträglich und werten ihn als Anschlag auf die Pressefreiheit, auf die Freiheit der Gedanken und die Freiheit der Ausdrucksformen von Gesellschaftskritik.Die Reaktion auf eine solche Tat stellt eine demokratische Gesellschaft auf eine harte Probe. Emotionale Reaktionen auf einen solchen Schrecken sind vor allem eines: menschlich. Doch Emotionen dürfen nicht die Debatte und Politik bestimmen. Wer jetzt versucht, den Schock des Mordanschlags politisch auszunutzen und “Anti-Terror-Gesetze” aus der Schublade zu holen, kann vielleicht auf medialen und gesellschaftlichen Zuspruch hoffen.Doch es ist der falsche Weg mit Gesetzen zu reagieren, die mehr “Sicherheit” vorgaukeln, aber letztlich nur die Freiheit an sich einschränken werden. Niemandem darf signalisiert werden, daß man mit Mordanschlägen Freiheitsrechte wegschießen könne. Ohnehin gäbe es keine sinnvolle gesetzliche Reaktion auf die Morde, die das Leben der Opfer hätte retten können. Wir dürfen nicht vergessen, daß Frankreich zu den europäischen Ländern mit den schärfsten Sicherheitsgesetzen zählt, schon 2006 Vorratsdatenspeicherung, Überwachung von Fluggastdaten und flächendeckende Videoüberwachung einführte und diese Maßnahmen trotzdem nicht zur Verhinderung der Tat führten. Wer angesichts dessen nun gleichwohl die Einführung einer Vorratsdatenspeicherung fordert, instrumentalisiert die Opfer dieses abscheulichen Verbrechens für seine Zwecke und trägt zur Irreführung der Öffentlichkeit bei.Den in solchen Situationen gern wiederholten Forderungskatalog der Polizeien, der Geheimdienste, ihrer kommerziellen Helfer und ihrer politischen Vertreterinnen und Vertreter nach weitreichenden Menschenrechtseinschränkungen zeichnet vor allem eines aus: unbewiesene oder gar nachweislich falsche Behauptungen über seine angebliche Wirksamkeit gegen terroristische Anschläge. Im direkten Angesicht des Verbrechens rational zu reagieren, kann nur bedeuten, unmenschlichen Taten Besonnenheit und Gelassenheit entgegenzusetzen. Es muß gelingen, zu einer evidenzbasierten, menschenrechtsorientierten Sicherheitspolitik zurückzukehren, die Prävention, Wirksamkeit, Angemessenheit, Verhältnismäßigkeit und rechtsstaatliche Prinzipien ins Zentrum der Diskussion stellt.Auch in Anbetracht von Anschlägen dürfen die Grundfesten der Demokratie niemals aufgegeben werden: Menschen- und Freiheitsrechte sind der Kern und das Wesen demokratischer Gesellschaften. Wer sie in Folge solcher Mordanschläge einschränkt, abbaut oder in ihr Gegenteil verkehrt, hilft indirekt denjenigen, die Anschläge verüben. Jede Reaktion, die Grundrechte und Freiheiten abbaut, ist eine Aufwertung des Terrors und der Folgen, die er mit sich bringt.Wir haben großen Respekt vor den Worten des damaligen norwegischen Ministerpräsidenten Stoltenberg, der nach dem Anschlag von Oslo und den Morden von Utøya sagte: „Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.”
In den letzten Jahren wurde mehrfach erfolgreich demonstriert, wie einfach Fingerabdrücke nachzumachen sind. Dabei war es bisher stets notwendig, dem Besitzer ein Objekt mit glatter Oberfläche, beispielsweise ein Glas oder ein Smartphone, zu entwenden. [3] Heute um 20.30 Uhr werden neue Methoden präsentiert, die mit diesem Hindernis aufräumen. [1]
starbug wird in seinem Vortrag zeigen und erklären, wie er mit Hilfe einer normalen Digitalkamera Fingerabdrücke von Personen während öffentlicher Veranstaltungen erlangen konnte, um etwa damit biometrische Authentifizierungsmethoden zu überwinden. Auch weitere, manchmal überraschende Vorgehensweisen werden präsentiert. Die Sicherheitsversprechen der Hersteller der Fingerabdrucksysteme dürften nun endgültig Makulatur sein. "Nach diesem Vortrag werden wohl Politiker nur noch in Handschuhen zu öffentlichen Auftritten gehen", sagte starbug vom Chaos Computer Club (CCC).
Wie bei allen Vorträgen des 31C3 wird es einen Stream geben. Wer sich also live anschauen will, wie einfach ein Fingerabdruck, etwa der Bundesministerin für Verteidigung, nachgemacht werden kann, ohne in ihre unmittelbaren Nähe zu müssen, dem steht der Stream unter http://streaming.media.ccc.de/saal1/ zur Verfügung. Selbstverständlich wird außerdem später eine Aufzeichnung online gestellt.
Links:
[1] Vortrag von starbug: Ich sehe, also bin ich ... Du. Gefahren von Kameras für (biometrische) Authentifizierungsverfahren:
https://events.ccc.de/congress/2014/Fahrplan/events/6450.html
[2] 31C3 Streaming:
http://streaming.media.ccc.de/
[3] Chaos-Aktivitäten Biometrie:
https://www.ccc.de/en/campaigns/aktivitaeten_biometrie
Ein technisch, politisch und künstlerisch hochkarätiges Programm mit mehr als 120 Vorträgen und dutzenden Workshops erwartet die Teilnehmer. Hackergruppen aus aller Welt versammeln sich in den Assemblies, um ihre Projekte vorzustellen, voranzutreiben oder einfach nur Spaß am Gerät zu haben und sich mit Gleichgesinnten und Interessierten auszutauschen. Namhafte Dekokünstler werden das Gebäude optisch verzaubern, nach Einbruch der Dunkelheit sorgen bekannte Musikschaffende für erstklassige akustische Unterhaltung in der Partyzone.
Noch nicht ganz überzeugt von des Innenministers Plänen? Noch Zweifel, ob Überwachung wirklich so eine gute Idee ist? Doch ein bißchen post-privacy?
Dann bitte hier klicken.
Wir freuen uns außerdem, auf dem Chaos Communication Congress (31C3) die englischsprachige Premiere des Kurzfilms präsentieren zu dürfen.
Links:
[1] Wir lieben Überwachung
[2] Du bist Terrorist: http://www.dubistterrorist.de/
Im Juli 2013 hatte der britische Premierminister David Cameron verfügt, daß die großen nationalen Provider eine sogenannte Opt-out-Liste zu implementieren haben, die Inhalte aus dem Netz "filtert". Die in Anlehnung an die chinesischen Zensurmechanismen "Great Firewall of Britain" genannten Filterpraktiken sperren seitdem nicht nur Inhalte legaler pornographischer Seiten, sondern auch solche mit den Themen Alkohol, Drogen, Nikotin – und als "extremistisch" eingestufte Meinungen. [2]
Natürlich können diese Sperren technisch umgangen werden, jedoch sind dazu nicht alle Nutzer in der Lage. So ist beispielsweise die Seite des CCC auch aus Großbritannien weiterhin direkt im Browser über ihre IP-Adresse http://213.73.89.123/ erreichbar.
Die technischen Umgehungsmöglichkeiten der Zensurlisten ändern aber nichts daran, daß es – wie beim Beispiel der Seiten des CCC – zum sogenannten Overblocking kommt, also auch Inhalte gesperrt werden, die keine der faktisch zensierten Themen enthalten. Möglicherweise geht aber der CCC in Großbritannien, einem Land, das seit Jahren abseits mitteleuropäischer Standards der Meinungsfreiheit agiert, als "extremistisch" durch.
"Schon bei der Einführung dieser Filter war klar, daß sie mißbraucht werden würden. Daß sie nun aber nicht nur den Zugang zu unserer Seite, sondern auch noch zu unseren Veranstaltungen erschweren, das schockiert selbst uns," sagte Dirk Engling, Sprecher des CCC. "Wir sehen uns leider darin bestätigt, daß Zensurinfrastruktur – ganz unabhängig vom Land, in dem sie eingesetzt wird – früher oder später auch zur Durchsetzung politischer Interessen eingesetzt wird."
Links:
[1] Vorverkauf für den 31C3
[2] Unser Netz soll schöner werden
Am 17. November 2014 jährt sich zum dreißigsten Mal der legendäre BTX-Hack, bei dem Steffen Wernèry und Wau Holland die Schwachstellen des BTX-Systems der Bundespost aufzeigten und die Hamburger Sparkasse um 135.000 DM "erleichterten".
Die Medienaufmerksamkeit rund um diesen Hack führte dazu, daß der CCC einer beiten Öffentlichkeit bekannt wurde und sich das Image des Hackers in der Öffentlichkeit grundlegend hin zum Guten wandelte.
Zum Jahrestag lädt die Wau-Holland-Stiftung zu einer Podiumsdiskussion mit Eric Danke, damaliger verantwortlicher BTX-Projektleiter bei der Deutschen Bundespost, und mit Steffen Wernéry, beteiligter CCC-Hacker, ein:am 17. November 2014 ab 19 Uhr im Berlin Congress Center (bcc) am Alexanderplatz. Der Eintritt ist frei.
Als Countdown für das Jubiläum veröffentlicht die Wau-Holland-Stiftung täglich neue Dokumente aus dem Hackerarchiv, die bisher nicht oder nur schwer zugänglich waren.
Zur Webseite der Stiftung
FIfFKon 2014: Der Fall des Geheimen – Ein Blick unter den eigenen Teppich
Am 7. und 8. November 2014 lädt das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) zur FIfFKon 2014 ein. Wir werfen den längst überfälligen Blick unter Deutschlands eigenen Geheimdienst-Teppich, denn spätestens nach den jüngsten Enthüllungen zur Rolle Deutschlands im globalen Geheimdienstroulette ist es absurd, nur mit dem Finger über den Atlantik oder auf die Britischen Inseln zu zeigen. Insbesondere Deutschland agiert willentlich als Dreh- und Angelpunkt globaler geheimdienstlicher Aktivitäten und treibt die flächendeckende Überwachung voran.
Wir wollen die Rolle der deutschen Geheimdienste beschreiben und verstehen, wie die Überwachungssysteme gebaut sind, nach welchen Menschen- und Weltbildern sie konzipiert und in welchen Kontexten sie verwendet werden. Mit Experten, Betroffenen, Politikern und der Öffentlichkeit werden technische, politische, rechtliche, wirtschaftliche und historische Aspekte betrachtet – von Echelon über Prism bis Eikonal. Die Zusammenarbeit von Geheimdiensten, deutschen Telekommunikationsanbietern und Technikern bedarf der besonderen Aufmerksamkeit.
Nötig ist der Blick unter den eigenen Teppich auch, weil die deutsche parlamentarische Aufklärungsarbeit zu den Machenschaften von NSA, GCHQ, BND und Co. nur schleppend vorankommt und angesichts der systematischen Mißachtung von Menschenrechten und Grundrechten deutscher Geheimdienste halbherzig wirkt. Zudem sabotiert die Bundesregierung das parlamentarische Unterfangen absichtsvoll und maßgeblich: sei es durch fast durchgehend geschwärzte oder gänzlich zurückgehaltene Dokumente, durch die Verhinderung von Zeugenvernehmungen oder durch die monatelange Verzögerungen. Die Regierung und ihre Geheimdienste haben offenbar aktiv vergessen, daß sie eigentlich vom Parlament kontrolliert werden sollten und nicht andersrum.
Wir laden alle Interessierten zu Vorträgen und Diskussionen mit Ute Bernhardt, Matthias Bäcker, Wolfgang Coy, Hans-Jörg Kreowski, Constanze Kurz, Wolfgang Nešković (angefragt), Frank Rieger, Anne Roth, Ingo Ruhmann, Peter Schaar, Erich Schmidt-Eenboom, Patrick Sensburg (angefragt), Hans-Christian Ströbele, Gregor Wiedemann und Andy Müller-Maguhn ein. Das Nö-Theater wird am Samstagabend das Stück "V wie Verfassungsschutz" aufführen.
Für die Veranstaltungen wird ein Stream zur Verfügung gestellt. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird zwecks Platzbeschränkung gebeten (siehe Anmeldung auf der Webseite).
Save the date!
- 7. und 8. November 2014
- Technische Universität Berlin (U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz)
Links:
- Webseite: https://www.fiffkon.de
- Twitter: @FIfFKon
- Hashtag: #FIfFKon
Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) e. V. verbindet engagierte Menschen aus Wissenschaft und Praxis der Informatik und Informationstechnik. Informatiker stehen in der Verantwortung, über die Konsequenzen ihrer Arbeit nachzudenken und sollten wissen, dass gesellschaftliche Probleme nicht allein technisch lösbar sind.
18 December 2013
The 2013 Annual Report for the Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) has been published online today.
The report highlights the organization's achievements and progress from 1 July 2012 to 30 June 2013, including:
- Continued accountability and transparency efforts.
- Opened new offices to increase ICANN's internationalization.
- Completed evaluation of more than a thousand new gTLDs and preparations to place them in the root.
- Finalized new Registrar Accreditation Agreement.
- Establishment of Trademark Clearinghouse.
Further content includes:
- Audited financial statements for fiscal year 2013.
- Biographical details on each of the Board of Directors.
- Messages from the CEO and Chairman.
The complete annual report is available online at: http://www.icann.org/en/about/annual-report/annual-report-2013-en.pdf [PDF, 6.69 MB]
16 December 2013
A call for Expressions of Interest (EoIs) is now open through December 26, 2013. This Call for EoIs is part of the process through which the user community within ICANN will appoint one voting member of the ICANN Board. While acting in a personal capacity as a member of the ICANN Board, this member must be able to reflect the users' point of view and interests in the debate and decision making undertaken within the ICANN framework.
In seeking candidates for this post, ICANN's At-Large Community is looking for an individual with a broad international perspective and a background in Internet users' interests, consumer policy and/or civil society worldwide.
Information about the At-Large Community:
"At-Large" is the name of the community of individual Internet users involved in ICANN's policy development process. It currently consists of over 160 active At-Large organizations (called "At-Large Structures" or "ALSes"), representing the opinions of the global community of Internet users. At-Large provides a means through which individual end users of the Internet worldwide can participate in the matters on which ICANN works, such as:
- Guidance on how to run Internationalized Domain Names (IDNs);
- How to introduce new gTLDs (such as .eco, .green and IDN TLDs); and
- How to implement a stable and fair transition from IPv4 to the next Internet addresses generation, IPv6.
The At-Large Board Candidate Evaluation Committee (BCEC) now calls for Expressions of Interest (EoIs).
For more information regarding the BCEC, including member details, please see the At-Large Board Candidate Evaluation Committee Web page (https://community.icann.org/display/ABMS/Board+Candidate+Evaluation+Committee+%28BCEC%29+2014).
How to apply for consideration:
To apply, please complete and submit the Expression of Interest (EoI) available at https://www.bigpulse.com/p26527/register. The form can be submitted online or printed and either:
- Posted to At-Large Director Applications, ICANN, c/o Heidi Ullrich, 12025 Waterfront Dr. Ste 300, California 90094, USA; or
- Faxed to +1 310 823 8649.
To be considered, EoIs must be received by 26 December 2013 at 23:59 UTC.
Please feel free to e-mail the BCEC with any questions regarding the SOI or the application process at BCEC-Request@icann.org. The BCEC will respond to all inquiries.
Additional information is available on the At-Large Board Director 2014 Selection Workspace (https://community.icann.org/display/ABMS/At-Large+Board+Member+2014+Selection)
To watch a video of Roberto Gaetano, Chair of the Board Candidate Evaluation Committee explain the Board member search, go here: http://www.icann.org/en/news/press/kits/video-alac-call-candidates-lo-16dec13-en.htm
To view Tijani Ben Jemaa, Chair of the Board Member Process Committee speak about the process, go here (in French only): http://www.icann.org/fr/news/press/kits/video-alac-call-candidates-lo-16dec13-fr.htm
17 December 2013
Forum Announcement:
Comment Period Opens on
Date:
17 December 2013
Categories/Tags:
New gTLD Auctions
Purpose (Brief):
To gather community input regarding the detailed rules and processes for Auctions to resolve string contention sets in the New gTLD Program. The preliminary auction rules were originally published 1 Nov 2013, they have since been updated based on feedback and will be finalized based on the input of the community from this comment period.
Public Comment Box Link:
http://www.icann.org/en/news/public-comment/new-gtld-auction-rules-17dec13-en.htm